Der EQ im Mastering – Teil 2: Das Bell-Filter

Bell-Filter; Glockenfilter
Bell-Filter; Glockenfilter

Das Bell-Filter, auch Glockenfilter genannt, ist wohl die häufigste verwendete EQ-Form. Es gibt ihn in vielerlei digitaler und analoger Form mit teilweise sehr umfangreichen speziellen Zusatzfunktionen. Allen voll-parametrischen Glockenfiltern sind aber drei grundsätzliche Einstellungsmöglichkeiten gemein: Gain (oder Hub), Frequenz und Q-Faktor (oder Güte).

Parameter

Ein sehr breiter Bell-Filter von etwa 160Hz bis ca. 10kHz mit Mittelfrequenz bei ungefähr 1280Hz

Der Gain wird üblicherweise in dB angegeben und gibt an, wie stark ein gewisser Bereich angehoben oder abgesenkt wird, dabei steht das negative Vorzeichen für eine Absenkung, positive Gain-Werte zeichnen eine Anhebung aus. Für den Einsatz im Mastering eignen sich vor allem Geräte, die hier eine feine Rasterung in ¼ oder ½ dB Schritten bieten, um einerseits genügend feine Bearbeitungen und andererseits eine gute Reproduzierbarkeit zu gewährleisten. Üblicherweise wird der Gain auf der Y-Achse eines Koordinatenkreuzes dargestellt.

Mit Frequenz wird üblicherweise die Mittenfrequenz angegeben, um die herum eine Bearbeitung stattfindet. Zeichnet man eine vertikale Achse durch die angegebene Frequenz, ist der linke Teil des Bell-Filters zum rechten Teil achsensymmetrisch. Die Frequenz wird üblicherweise auf der X-Achse dargestellt, welche logarithmisch bemaßt wird. Diese Darstellung wurde deswegen gewählt, weil eine Verdopplung der Frequenz einer tonalen Erhöhung um eine Oktave entspricht, was zur Folge hat, dass wir in absoluten Werten betrachtet im Tieftonbereich eine höhere Auflösung benötigen, als im hochfrequenten Sektor. Im digitalen Bereich sind heutzutage meist alle Frequenzen zwischen 20 Hz und 20 kHz als Mittenfrequenz anwählbar. Für das Mastering sind häufig aber auch sinnvoll – d.h. nach musikalischen Kriterien – gewählte Rasterstufen (vor allem bei analogen Geräten) nützlich, da sie ein schnelleres Arbeiten ermöglichen.

Der Q-Faktor ist definiert als Ergebnis aus Mittenfrequenz (fm) dividiert durch die Bandbreite (B) also
Q = fm / B. Die Bandbreite ist dabei der Bereich um die Mittenfrequenz, bis die Kurve um 3dB abgesunken ist oder zugenommen hat. Je niedriger der Q-Faktor ist, desto breitbandiger ist die Bearbeitung. Während man mit schmalbandigen Bearbeitungen vor allem auch im Mix gut Störgeräusche eliminieren kann, werden breitbandigere Bearbeitungen häufig als natürlicher empfunden. Übliche Wertebereiche für den Q-Faktor sind im Mastering 0,4 bis 1,3, bei spezielleren Anwendungen können aber auch höhere Werte nötig sein.
Auch findet man den Begriff des proportional-Q. Hierbei verändert sich der Q-Faktor in Relation mit dem Gain-Regler mit, sodass die frequenzmäßige Gesamtbreite des zu bearbeitenden Bereichs möglichst gleich bleibt, während man den Gain einstellt.

Die hier vorgestellte Definition ist so gemäß Lehrbuch und gibt nur einen kleinen Einblick in das Thema Q-Faktor, in der Praxis ist das leider so nicht genau zutreffend. Wer sich mit dem Thema intensiver auseinandersetzen möchte, dem sei der Blog von Bodo Felusch ans Herz gelegt, der das Thema sehr genau beleuchtet: felusch.de/?p=388

Einsatz des Bell-Filters im Mastering

Generell werden Filter im Mastering meist dazu genutzt eine frequenzmäßige Balance herzustellen. Das idealisierte Ziel ist es, dass der Song auf jedem Wiedergabesystem möglichst nah an der gewünschten Klangvorstellung des Künstlers ist. Häufig werden auch klangliche Ungleichgewichte oder generelle Defizite ausgebessert, die während der Mixphase entstanden sind (z.B. nicht optimale Abhörbedingungen im Projektstudio, Übermüdung des Gehörs nach langer Aufnahmesession etc.). Um diese Balance richtig abschätzen zu können bedarf es viel Erfahrung und eines ausgeruhten und möglichst frischen Gehörs. Der Mastering-Engineer sollte im idealen Fall noch nichts mit dem Projekt zu tun gehabt haben, damit auch eine Gewöhnung an gewisse Unzulänglichkeiten ausgeschlossen werden kann.

Klangbalance

Für viele Bereiche der Popularmusik hat sich eine dem klassischen Orchester ähnliche frequenzmäßige Ausgewogenheit durchgesetzt. Diese hat sich über einen längeren Zeitraum durch ständige Veränderungen von Instrumentenzahl, Aufstellung und Fortschritt des Instrumentenbaus entwickelt und wird gemeinhin als ästhetisch schön empfunden.

Allerdings haben sich inzwischen auch viele Genres gebildet, die bewusst davon abweichen, so sind im Hip-Hop z.B. deutlich stärkere Bässe üblich. Auch im Bereich der EDM (electronic dance music) ist man diesem Klangideal nicht unbedingt treu, es wird zum Teil bewusst dagegen verstoßen und die Klangbalance ist sehr frei gewählt – getreu dem Motto: Gut ist, was gefällt. Es bedarf also einiger Erfahrung und eines gewissen Fingerspitzengefühls, um die „richtige“ Klangbalance zum jeweiligen Song abhängig von Genre, technischen Parametern der möglichen Wiedergabe und gewünschter Klangästhetik des Künstlers zu finden und den Song daraufhin zu optimieren.

EQ-Techniken

Es gibt verschiedene „EQing-Techniken“, die wohl bekannteste ist das sog. Sweepen: Hierbei fährt man bei maximaler Verstärkung und hohem Q-Faktor langsam durch das Frequenzband und selektiert Bereiche, die stören. Achtung, bei digitalen EQs sollte man hier wirklich langsam durch das Frequenzband fahren, da es eine kleine Verzögerung zwischen dem Einstellen und dem Hören gibt. Im Mastering ist diese Technik weniger hilfreich, da durch diese Extremeinstellung dem Gehör ein Klangbild vorgestellt wird, dass nicht zielführend ist. Die Technik eignet sich vor allem dann, wenn man gezielt einzelne Frequenzbereiche sucht, die man zuvor beim unbearbeiteten Hören schon als störend empfunden hat. Idealerweise sollte das schon auf den Einzelspuren im Mix geschehen und nicht erst im Mastering.

Für Engineers mit klassisch ausgebildetem Gehör bietet es sich an, Frequenzen über die Klaviatur zuzuordnen. Hierdurch können direkt die Unausgewogenheiten im Klangbild in Frequenzen übersetzt und via EQ korrigiert werden. Einige EQ-Plugins bieten sogar eine Klaviatur als optisches Hilfsmittel, um diese Technik noch besser nutzen zu können. Der Vorteil besteht darin ganzheitlich und vor allem musikalisch zu denken. Der Kopf muss nicht zwischen technischem und musikalisch kreativem Denken hin und her wechseln, kann also weitestgehend die gleiche Gehirnhälfte ansprechen.

Als weitere Variante gibt es auch die Möglichkeit die einzelnen Bereiche des Frequenzspektrums verschiedenen Instrumenten oder Instrumenten-Funktionen zuzuordnen. Die Denkweise im Mix ist recht ähnlich, so wird der Gedanke „Die Basedrum ist zu leise“ in der Mischung dazu führen, dass man den Level via Fader erhöht. Im Mastering ist das nicht (oder nur bedingt bei Stem-Mastering) möglich und es wird einem eine Lösung über den EQ in den Sinn kommen. In unserem Beispiel könnte also eine Anhebung bei ca. 60Hz je nach Material und Abstimmung mit dem Bass ein Lösungsansatz sein. Wichtig ist hierbei nicht zu sehr in Einzelinstrumenten zu denken, da man dann schnell vergisst, dass man immer auch andere Instrumente im selben Bereich bearbeitet. Hier sollte man sich zu jedem Bereich auch die anderen „Mitspieler“ genauer anhören und überprüfen, was die gewünschte Bearbeitung mit diesen tut und ggf. abwägen, was für die gewünschte Klangbalance nun vorranging zu behandeln ist, damit der Song hinterher optimal klingt.

Bei all diesen Techniken kann ein guter und hoch auflösender Analyzer natürlich visuell unterstützen, entscheiden sollte aber immer das Gehör unter Berücksichtigung des musikalischen Gespürs und der gewünschten Klangbalance.

Ausblick

In der nächsten Folge widmen wir uns dem Shelv-Filter, bevor es mit den etwas spezielleren „Kollegen“ weiter geht.

Teil 1: Übersicht, was gibt es für EQs
Teil 3: Das Shelv-Filter
Teil 4: Cut, Notch und Niveau

DC Offset im Mastering

Ursache und Wirkung

Gleichspannungsversatz, das Signal osziliert nicht um die Nullinie, sondern um eine Linie, die nach unten versetzt ist.

Gleichspannungsversatz (engl. DC Offset) in einem Audiosignal verschiebt den Wechselanteil  – also den hörbaren Nutzbereich – um einen bestimmten Betrag von der idealen Nullposition.

Da es sich hierbei um Gleichspannung handelt, sollte es eigentlich nicht störend sein – man hört es ja nicht. Es gibt aber trotzdem einige negative Auswirkungen auf das Audiosignal:

Zum einen verringert sich dadurch der nutzbare Dynamikbereich, da das Signal nicht mehr von Null ausgeht, es gibt also weniger Headroom. Zum anderen kann es knacken, wenn man ein solches Signal abspielt oder stoppt, bzw. wenn man einen Schnitt zwischen einem Signal mit DC und einem anderen ohne DC ausführt. Hierbei findet dann nämlich ein Potentialsprung statt, der sich in einem Knacken bemerkbar machen kann.

DC entsteht vornehmlich im analogen Bereich des Audiosignals, oft durch Bauteiltoleranzen in den AD-Wandlern. Bei den nachfolgenden Bearbeitungen (Summierung von Kanälen, EQ, Pegelerhöhung, etc.) im Mix können sich kleine DC-Anteile zu einem größeren aufaddieren. Der Anteil an Gleichspannung in einem fertigen Audio-Mix muss nicht konstant sein.

Was kann man im Mastering dagegen tun?

Eine FFT-Darstellung eines Songs mit deutlich erkennbarem DC-Offset.

Dazu muss natürlich der DC Offset erst einmal erkannt werden. Hilfreich ist hier eine FFT-Anzeige des laufenden Audiosignals. Bei entsprechender Auflösung und Einstellung kann der Gleichspannungsversatz als mehr oder weniger konstante „Ausbeulung“ am unteren Ende des Frequenzspektrums erkannt werden.

Einige Mastering-Programme und -Plugins haben spezielle Funktionen zum automatischen Entfernen von DC Offset. Allerdings weiß man nicht so genau, was diese so tun, besonders in den Fällen, in denen das Signal nicht komplett durchlaufend DC-behaftet ist.

Hilfreich zur manuellen Entfernung ist ein steilflankiges High-Pass Filter (< 16 Hz), das möglichst ohne klangliche Einbußen den tieffrequenten Störanteil ausfiltert. Mit diesem wird nicht nur der 0 Hz Gleichspannungsanteil entfernt, sondern auch der gesamte Infraschallbereich aufgeräumt. Wichtig ist hierbei auf mögliches Überschwingen oder Clipping im Bereich tiefer Frequenzen zu achten.

Ein DC-befreites Audiosignal lässt sich wieder in seiner vollen Dynamik nutzen und es werden Knacker bei Start, Stopp und im Schnitt vermieden. Somit bringt das Entfernen von Gleichspannungsanteilen hörbare Vorteile für das Audiosignal und bessere Eingriffsmöglichkeiten für die weiteren Schritte im finalen Mastering. Es sollte daher zu Beginn der klanglichen Bearbeitung vorgenommen werden.

Dateiupload via FTP

Im Zuge ständiger Vereinfachungen haben wir euch ein kleines Tool bereitet, mit dem der Dateiupload zukünftig einfacher gehen soll als bisher.

Windows-Nutzer können sich nun einfach folgenden kleinen FTP-Client herunterladen. Hier ist unser FTP-Server soweit komplett voreingestellt, sodass nur noch die von uns erhaltenen Nutzerdaten (User + Passwort) eingegeben werden müssen und die Daten dann per Drag & Drop auf den Server geladen werden können.

Mac-User müssen leider weiterhin einen FTP-Client ihrer Wahl nutzen. Eine Anleitung, wie man Uploads mit File-Zilla tätigt, findet ihr hier: Dateiupload via FTP mit FileZilla

Nach dem Download muss man nur das zip-File auf dem eigenen Rechner entpacken und die Datei „WinSCPPortable.exe“ ausführen.

Das Programm startet mit allen nötigen Einstellung voreingestellt, lediglich ein Klick auf Anmelden ist erforderlich.

Als nächstes fragt das Programm nach dem Benutzernamen, hier müsst ihr den von uns mitgeteilten Nutzernamen eintragen (am besten kopiert ihr ihn aus der Mail, damit keine Tippfehler passieren können).

Bestätigt die Eingabe mit OK.

Es folgt die Passworteingabe. Auch hier empfielt es sich die Zeichenfolge aus der Mail zu kopieren, damit sie exakt so ist, wie angegeben.

Bestätigt die Eingabe mit OK.

Das Programm stellt sich nun ähnlich einem normalen Windows-Fenster dar. Hier könnt ihr eure Daten einfach per Drag & Drop auf die weiße Fläche ziehen und der Upload startet. Wollt ihr Dateien herunterladen, die hier im Fenster angezeigt werden geht das auch einfach per Drag & Drop, indem ihr sie in euer lokales Verzeichnis zieht.

Während der Upload läuft wird euch dieser Upload-Balken angezeigt, hier seht ihr wie viel Zeit noch verbleibt (vorrausgesetzt die Internet-Speed bleibt konstant), wie viel bereits übetragen wurde und wie eure aktuelle Geschwindigkeit ist.

Wir hoffen diese kleine Anleitung hilft euch bei all euren zukünftigen Uploads auf unseren Server und gestaltet die gemeinsame Zusammenarbeit noch einfacher.

Mastering-Workshop 26.03.19

Mastering via V700er analogem Outboard von ADT. Konzentriertes Zuhören.

Am 26.3.19 öffneten wir zum ersten Mal unsere Pforten für einen Mastering-Workshop. Das Teilnehmerfeld war sehr bunt aufgestellt und kam aus vielen Bereichen der Audio-Welt. Das Interesse war groß und die vielen spannenden Fragen führten zu einem regen Austausch. Nach einer kleinen Einführungsrunde und einer Tour durch unsere „heiligen Hallen“ näherten wir uns praxisnah der Materie. Im gemeinsamen Austausch wurde ein Beispieltitel im hybrid Verfahren gemastert und die jeweils dafür notwendigen Schritte und Entscheidungen umfassend erklärt.

Alles tummelt sich im Sweetspott.

Nach diesem ersten Einblick, wie man es machen kann, galt es dann sich den eigenen mitgebrachten Projekten der Teilnehmer zu widmen. Wer wollte, konnte ganz im eigentlichen Sinne eines Workshops Hands-On sich am Mastering versuchen, stets unterstützt durch unsere Hinweise und Tipps. Die Zeit verstrich sehr schnell und so war ein schöner Tag mit vielen anregenden Gesprächen, viel Hören und einer tollen und sehr interessierten Gruppe schnell zu Ende.

Wir werden zu gegebener Zeit gerne daran anknüpfen und einen weiteren Mastering-Workshop anbieten. Hier entsteht eine interessante Plattform zum Austausch von Informationen und Tipps. Bei Interesse könnt ihr euch gerne vormerken lassen. Schreibt uns dazu einfach unverbindlich eine Mail.

Der EQ im Mastering – Teil 1: Übersicht, was gibt es für EQs

Was ist ein EQ

Ein Equalizer (oder kurz EQ; auf Deutsch Entzerrer) ist eine Komponente in der Signalkette, die Frequenzen anheben oder absenken kann. Es ist eines der am meisten genutzten Klangwerkzeuge der Audiowelt. Equalizer gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Varianten. Man kann sie anhand ihrer physischen Beschaffenheit (Hardware vs. PlugIn), Bedienung (parametrisch, grafisch) oder wohl am hilfreichsten ihrer Eigenschaften unterscheiden. Neben reinen EQs gibt es auch Mischformen mit dynamischen Prozessoren.

Übersicht reine EQ-Arten

Bell-Filter; Glockenfilter

Bell-Filter, auch Peak oder Glockenfilter genannt, ist wohl eine der häufigsten EQ-Formen. Sein Wirkbereich gleicht der Form einer Glocke um eine Mittelfrequenz herum. Die Breite der Glocke wird durch den Q-Faktor (oder Güte) bestimmt.

Shelving-Filter (auch kurz Shelv oder dt. Kuhschwanz-Filter) wirkt auf einen kompletten Frequenzbereich oberhalb (High-Shelv) oder unterhalb (Low-Shelv) einer Einsatzfrequenz bis an den Rand des Spektrums

Notch-Filter werden genutzt um speziell einzelne Störfrequenzen auszufiltern ohne zu sehr auf das restliche Material zu wirken.



Niveau-Filter „kippen“ das Frequenzspektrum um eine Frequenz herum. Eine Anhebung oberhalb dieser Frequenz bewirkt zeitgleich eine ebenso große Absenkung unterhalb der Frequenz. Im Prinzip kann man sich die Wirkweise vorstellen, wie zwei invers aneinander gekoppelte Shelving-Filter.

High-/Low-Cut-Filter, auch Low-/High-Pass-Filter (Vorsicht Verwirrung) schränken das Spektrum ab einem gewissen Bereich ein. Üblicherweise wird angegeben, bei welcher Frequenz der -6dB-Punkt erreicht ist und mit welcher Flankensteilheit (z.B. 6dB/Oktave) der Filter einsetzt

Übersicht Mischformen EQ + Dynamik

  • Dynamische EQs sind Filter, die ihre jeweilige Bearbeitung abhängig vom Eingangssignal durchführen. Dazu bekommen sie neben den EQ-üblichen Parametern auch das volle Spektrum an Parametern, die wir von Dynamikprozessoren kennen (Threshold, Attack, Release)
  • De-Esser sind im Prinzip spezialisierte, frequenzgebundene Kompressoren. Sie sind für den Einsatz im Bereich der Zischlaute von Sprache und Gesang optimiert und sorgen dafür, dass die S-Laute nicht unangenehm im Endprodukt herausstechen, nach Möglichkeit ohne das restliche Signal negativ zu beeinflussen, solange kein S-Laut anliegt.
  • Multiband Kompressoren splitten das gesamte Spektrum eines Eingangssignals in mehrere Frequenzbänder (Multiband) auf, darauf folgt jeweils eine eigenständige Dynamikbearbeitung. Damit sind sie mehr der Welt der Dynamikprozessoren zugeordnet.

Ausblick

In den kommenden Teilen wollen wir uns dann näher mit den einzelnen Filtern beschäftigen, uns anschauen, wozu sie im Mastering üblicherweise genutzt werden, und wie man sie effektiv einsetzt. Am Ende sollen auch ein paar der Mischformen beleuchtet werden.

Fußnote zu parametrisch/graphisch Beim parametrischen EQ gibt es für jeden einstellbaren Parameter ein Bedienelement. Im Gegensatz dazu wird beim grafischen EQ das Signal in einzelne Bänder aufgeteilt, die jeweils einen Regler bekommen, das resultierende Bild der Regler bildet den Frequenzverlauf

Teil 2: Das Bell-Filter
Teil 3: Das Shelv-Filer
Teil 4: Cut, Notch und Niveau

Mastering-Workshop März 2019

Der Kurs im März ist bereits ausgebucht. Weitere Interessenten sammeln wir auf der Nachrrücker-Liste. Je nach Interessenslage suchen wir dann nach einem Folgetermin.

Das 1991 gegründete Mastering Studio MM Sound öffnet seine Pforten für einen Mastering-Workshop. Bei Matthias Bell und Arne Thiemann – beides hauptberufliche Mastering-Engineers – lernt ihr die Grundzüge des Masterings, den Workflow und die Masteringwerkzeuge an praktischen Beispielen kennen und verstehen. Gerne darf eigenes Material mitgebracht werden, das dann gemeinsam vor Ort gemastert wird. Nach einer anfänglichen Einführung dürft ihr schnell auch selbst Hand ans Mastering anlegen und erhaltet dabei viele wertvolle Tipps von den Profis.

Der Workshop findet bei MM Sound in der Arnsbergstr. 12 in 33803 Steinhagen am 23.3.19 von 11:00 bis 17:00 statt. Die Teilnehmerzahl ist auf 5-8 beschränkt. Da es vor Ort keine direkten Einkaufsmöglichkeiten gibt wird gebeten sich für Mittags selbst zu versorgen. Die Teilnahmegebühr beträgt 149,-€. Anmeldung unter

Stereophase im Mastering

Mit dem Begriff „Stereophase“ wird im allgemeinen das frequenzabhängige Verhältnis von linkem zu rechtem Kanal beschrieben. Bei den heute üblichen Musikproduktionen setzt sich der Mix aus vielen unterschiedlichen Signalen zusammen, die durch die Aufsummierung sowie die Einbeziehung von Effekten in ein entsprechendes Pegel- und Frequenzverhältnis gesetzt werden. In der Stereoendsumme hört sich das in der optimalen Abhörsituation dann meistens gut an.

Ein Musiksignal, linker und rechter Kanal sind optimal in Phase.
Ein Musiksignal, linker und rechter Kanal sind nicht in Phase.
Ein Musiksignal, linker und rechter Kanal sind nicht in Phase, die Ausschläge der Schwingungen sind leicht verzögert und nicht mehr gleich.

Was passiert aber bei Mono-Wiedergabe? Da hier der linke und rechte Kanal einfach aufsummiert werden, führt das zu Auslöschungen von gegenphasigen Signalanteilen gleicher Frequenz. Das kann schon mal Überraschungen produzieren, wenn plötzlich der imposant-breite Stereomix in sich zusammen fällt und eventuell einzelne Stimmen oder Instrumente gar nicht mehr zu hören sind. Oder der Mix klingt dumpf und indifferent. Und immer noch ist Mono-Wiedergabe sehr weit verbreitet, man denke nur ans Handy, vom guten alten Küchenradio ganz zu schweigen. Auch bei sehr eng aufgestellten Stereolautsprechern (z.B. beim Laptop, Tablet oder Fernseher) entsteht mit zunehmendem Abstand der Eindruck einer Mono-Schallquelle.

Wo kommen diese Fehler her?

  • Multi-mikrofonierte Signale können durch falsch platzierte Mikrofone Laufzeitdifferenzen aufweisen.
  • Alte oder billige A/D-Wandler können einen konstanten Phasenversatz durch Multiplexing produzieren.
  • Beim Verwenden von Aufnahmen auf Band können Laufzeitdifferenzen durch fehlerhafte Einstellungen des Wiedergabekopfes auftreten.
  • Verwendete Samples können schon Phasenfehler enthalten, besonders wenn sie aus Produktionen stammen, die die oben genannten Fehler schon aufweisen.
  • Verwendete (Effekt-)Geräte oder Plug-ins können Laufzeiten produzieren, natürlich auch teilweise gewollte, hier muss man halt abwägen, ob der Effekt so gebraucht wird.

Was kann man dagegen tun? 

Stereo-Mix wird zu Mono summiert
Stereo-Mix wird zu Mono summiert

Schon bei der Aufnahme sollten nach Möglichkeit die oben beschriebenen Fehler vermieden werden. Beim Mix können dann die Einzelsignale überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden. Effekte sollten (generell) mit entsprechendem Augen- (und natürlich Ohren-)maß eingesetzt werden. Wichtig ist die fortlaufende Kontrolle der Monokompatibilität des Gesamtmixes.

Dabei sind natürlich in erster Linie die tragenden Elemente des Stücks zu berücksichtigen. Konstante Laufzeitdifferenzen können in der DAW ausgeglichen werden. Bei wechselnden Strukturen muss abgewogen werden, welche Elemente betroffen sind und ob eine Korrektur sinnvoll ist oder die künstlerische Freiheit überwiegt. Im Mix lässt sich hier natürlich einfacher eingreifen als im Mastering.

Wozu ein separates (vom Mix getrenntes) Mastering?

Immer häufiger hört man, dass das Mastering doch direkt vom Mischer mit übernommen werden könne und sogenannte Misch- und Mastering-Studios sind überall zu finden. Für den Künstler stellt sich also die Frage, warum es sinnvoll ist, sich ein spezialisiertes Mastering-Studio zu suchen, zumal die Angebote der Mischstudios meist günstiger sind (Bundle-Preis etc.).

Primär handelt es sich bei diesen Angeboten natürlich um Budgetlösungen. Häufig wird hier unter Mastering verstanden, das Endprodukt einfach noch einmal „laut“ zu machen. Dazu reicht es natürlich aus, einfach einen Maximizer in die Summe zu hängen, bevor man den Mix ausspielt. Dass hierbei keine größeren Kosten entstehen, ist nachvollziehbar. Ein gutes Mastering ist aber so viel mehr und kann auch viel mehr bewirken.

Ein nicht zu unterschätzender Aspekt ist es, dass mit einem separaten Mastering bei einem spezialisierten Studio noch einmal ein frisches Paar Ohren die Produktion beurteilt. Das ist wichtig, da unser Gehör sich im Laufe eines Entstehungsprozesses an sehr vieles gewöhnen kann und entstandene Fehler in klanglicher und technischer Hinsicht dann oft einfach akzeptiert. Der Kunde hingegen hat auch ein frisches paar Ohren und stolpert gegebenenfalls über die so mitgeschleppten Probleme einer Produktion. Ein spezialisiertes Mastering-Studio hat auch die nötigen Tools, um die meisten dieser Probleme direkt zu beheben. Da dies häufig sehr spezialisierte Soft- und Hardware ist, die zudem noch sehr teuer ist, stehen diese Werkzeuge möglicherweise in einem „normalen“ auf Mischung und Produktion ausgelegten Tonstudio nicht zur Verfügung.
Häufig stellen wir auch fest, dass die Abhörbedingungen in Aufnahme- und Mischstudios nicht ganz ideal zur Gesamtbeurteilung einer fertigen Mischung sind, was baulich bedingt durch die Doppelfunktion des Regieraumes häufig auch nicht anders geht. Auch hier ist es sinnvoll die Endbeurteilung in einer möglichst idealen Abhörumgebung zu machen, wie sie ein spezialisiertes Mastering-Studio bietet.

Auch die Erfahrung, sowohl Hörerfahrung (auch im internationalen Vergleich), als auch Mastering-Erfahrung, die ein spezialisierter Mastering-Ingenieur in wesentlich höherem Maße aufbauen kann, als ein Toningenieur, der die meiste Zeit seines Arbeitslebens mit Mischung und Produktion verbringt, ist ein wichtiger und nicht zu unterschätzender Aspekt. Inzwischen gibt es diverse Normen und Lautheitsansätze, über die man den Überblick bewahren muss. Hinzu kommen genrespezifische Eigenheiten im Bereich Klangästhetik, Dynamik/Lautheit etc. Aber auch die Erfahrung bei den Lösungsstrategien für bestimmte Klangprobleme, die sich im Laufe eines Arbeitslebens ansammeln, sind nicht zu unterschätzen, genauso wie das schlichte Hörtraining, das durch die tägliche Arbeit gegeben ist.  Jetzt mag man einwenden, dass ein Mischtoningenieur genau diese Erfahrung ja auch hat, allerdings ist dem entgegenzustellen, dass es ein anderes Hören ist, ob ich eine Mischung mache oder ein Mastering. Bei einer Mischung beurteilt man einzelne Spuren und ihre Klangverhältnisse zueinander und wie sie sich ergänzen, während man beim Mastering stets das große Ganze, das Endprodukt im Ohr behält, sowohl bezogen auf den einzelnen Track, also auch auf das gesamte Album. Dies mag nun sprachlich ein marginaler Unterschied sein, allerdings macht es für die Hörerfahrung doch einiges aus.

Ein Wort zu Projekt- und Budgetstudios, vielleicht auch zum „professionellen Homerecording“ und den akustischen Gegebenheiten:

Zum Teil sind dort sogar professionelle Toningenieure vor Ort oder zumindest konnte der Musiker selber genügend langjährige Erfahrung sammeln und hat sich ggf. in das Thema Tontechnik eingearbeitet, um hier ausreichend gute Qualität erreichen zu können. Häufig kommt hier auch das Argument des Wohlfühlfaktors für die Künstler zum Tragen, die natürlich eine umso bessere Performance abliefern können, je angenehmer und vertrauter die Umgebung ist. Das kann an einem bekannten Ort, wo man ein Projektstudio vorrübergehend einrichtet, schon besser sein als in einem Aufnahmestudio. Allerdings ist die akustische Umgebung in einem solchen Ort natürlich nicht ansatzweise so ideal, wie in einem professionell aufgebauten Fulltime-Tonstudio (das wäre wohl auch kostentechnisch nicht zu realisieren). Somit wird das wichtigste Werkzeug eines Tonschaffenden – seine Ohren – eventuell durch nicht ideale Hörbedingungen getäuscht, all seine Entscheidungen werden auf dem Hintergrund der vorherrschenden Akustik vielleicht korrekt sein, führen aber bei anderer Hörumgebung zu unangenehmen Klangergebnissen.
Wenn man nun nach so einer Produktion zum Mastering in ein spezialisiertes Studio geht, fallen die Probleme dort auf und können behoben werden. Mastert man hingegen direkt im Projektstudio weiter (womöglich in einem Abwasch mit dem Ausspielen der Mischung), vervielfältigen sich die Probleme sogar noch. Hier wäre dann eindeutig die Klassifizierung „am falschen Ende gespart“ zutreffend.

In Summe lässt sich also sagen: Eine Produktion profitiert immer von einem spezialisierten Mastering-Studio und auch oder gerade die Budgetproduktionen sollten hieran nicht sparen.  Gerne machen wir euch individuelle Angebote zu eurem Projekt, schreibt uns einfach mit möglichst vielen Details an.

ADM/MfiT was ist das

ADM steht für „Apple Digital Masters (früher MfiT = „Mastered for iTunes“), dabei handelt es sich um ein spezielles Masteringformat, damit ein optimales klangliches Ergebnis für den Vertrieb über iTunes erzielt werden kann.

Master müssen hierzu als Mindestvoraussetzung in 24Bit vorliegen und haben optimalerweise eine Samplerate von 96kHz (ebenso erlaubt wären 44,1kHz, 48kHz und 88,2kHz, inzwischen sind sogar 192kHz zulässig). Im idealen Fall sollten die Master keine Intersamplepeaks aufweisen, die zu klanglichen Beeinträchtigungen durch den Datenverarbeitungsalgorithmus von iTunes führen könnten.

Sollten sie ADM-Master zur besseren Monetarisierung ihrer Produkte benötigen, sagen sie uns gerne Bescheid, in diesem Fall überprüfen wir die optimale ADM-Kombatibilität vor Auslieferung gesondert, sodass durch den Algorithmus keine negative Klangbeeinträchtigung stattfindet.

Dateiupload via FTP mit FileZilla

Hier eine kleine Step-By-Step Anleitung, wie ihr eure Dateien auf unseren FTP-Server hochladen könnt.

Sobald ihr eure Zugangsdaten von uns bekommen habt, könnt ihr euch ganz einfach auf unseren FTP-Server verbinden und eure Files in euren Ordner hochladen. Und so geht’s:

PC-User können den einfachen Weg gehen und den vorkonfigurierten Client WinSCP von unserer Webseite laden, die Anleitung und den Download findet ihr hier: Dateiupload via FTP

Zunächst müsst ihr FileZilla installiert haben und starten, dann öffnet ihr über das Symbol oben links in der Ecke den Servermanager:

Standardansicht

FileZilla Standardansicht

Habt ihr den Servermanager gestartet erwartet euch folgende Ansicht:

Servermanager

Hier der Servermanager und die Schritte, die hier zu erledigen sind.

Zunächst klickt ihr hier auf Neuer Server (1), dann könnt ihr eure Serververbindung benennen (hier z.B. MM-Sound). Bei Server (2) gebt ihr die von uns mitgeteilte IP-Adresse ein, bei Port (3) sollte 990 stehen, denn der Server funktioniert über TLS. Bei Verschlüsselung (4) wählt ihr „Implizites FTP über TLS erfordern“ (Edit: Seit kurzem geht nun auch Explizites TLS, was insbesondere für einige Software auf dem Mac erforderlich war) aus.
Jetzt fehlen nur noch eure Zugangsdaten, dazu bei Verbindungsart „Normal“ auswählen und bei Benutzername euren Benutzernamen eintragen und bei Passwort das Passwort, das wir euch mitgeteilt haben.

Nun auf „Verbinden“ klicken und eure Verbindung ist gespeichert und wird erstmals hergestellt. Der FTP-Client kommuniziert nun mit unserem Server und erhält ein Zertifikat, das unbedingt akzeptiert werden muss, denn ohne dieses funktioniert keine Kommunikation zwischen unserem Server und eurem Computer. Folgende Meldung erscheint:

Zertifikat

So sieht es aus, wenn die Nachfrage nach dem TLS-Zertifikat erscheint

Der Haken bei „Zertifikat zukünftig immer vertrauen“ (1) verhindert, dass ihr bei der nächsten Benutzung unseres Servers das Zertifikat erneut akzeptieren müsst (ihr werdet in Abständen von ca. 2-3 Monaten erneut gefragt werden, wenn sich unser Zertifikat aktualisiert). Es ist unbedingt erforderlich, dass ihr diese Anfrage mit „OK“ (2) bestätigt, sonst kann der Client nicht mit dem Server kommunizieren und ihr könnt keine Files hochladen. Solltet ihr versehentlich auf Abbrechen klicken, gibt es nur die Möglichkeit das Zertifikat manuell nachzuinstallieren oder neue Zugangsdaten von uns zu bekommen.

Wenn ihr so weit gekommen seid, könnt ihr eure Daten von eurem PC auf unseren Server übertragen.  FileZilla ist so aufgebaut, dass ihr auf der linken Seite die Daten seht, die auf eurem PC gespeichert sind und auf der rechten Seite unser Serververzeichnis (am Anfang ist das natürlich leer und auch später wird es oft leer erscheinen, da wir diese Verzeichnisse aus Sicherheitsgründen regelmäßig leeren). Die Daten, die ihr nun zu uns hochladen wollt, könnt ihr einfach per Drag&Drop in das Serververzeichnis ziehen und schon startet der Upload. Sobald der kleine grüne Balken im unteren Bereich durch ist und euer Upload im Reiter „Erfolgreiche Übertragungen“ gelandet ist, könnt ihr uns Bescheid geben und wir mit dem File arbeiten.

Wir hoffen das hilft dem ein oder anderen beim Einstieg und wünschen euch und uns viel Spaß bei hoffentlich vielen gemeinsamen Projekten.

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