DC Offset im Mastering

Ursache und Wirkung

Gleichspannungsversatz, das Signal osziliert nicht um die Nullinie, sondern um eine Linie, die nach unten versetzt ist.

Gleichspannungsversatz (engl. DC Offset) in einem Audiosignal verschiebt den Wechselanteil  – also den hörbaren Nutzbereich – um einen bestimmten Betrag von der idealen Nullposition.

Da es sich hierbei um Gleichspannung handelt, sollte es eigentlich nicht störend sein – man hört es ja nicht. Es gibt aber trotzdem einige negative Auswirkungen auf das Audiosignal:

Zum einen verringert sich dadurch der nutzbare Dynamikbereich, da das Signal nicht mehr von Null ausgeht, es gibt also weniger Headroom. Zum anderen kann es knacken, wenn man ein solches Signal abspielt oder stoppt, bzw. wenn man einen Schnitt zwischen einem Signal mit DC und einem anderen ohne DC ausführt. Hierbei findet dann nämlich ein Potentialsprung statt, der sich in einem Knacken bemerkbar machen kann.

DC entsteht vornehmlich im analogen Bereich des Audiosignals, oft durch Bauteiltoleranzen in den AD-Wandlern. Bei den nachfolgenden Bearbeitungen (Summierung von Kanälen, EQ, Pegelerhöhung, etc.) im Mix können sich kleine DC-Anteile zu einem größeren aufaddieren. Der Anteil an Gleichspannung in einem fertigen Audio-Mix muss nicht konstant sein.

Was kann man im Mastering dagegen tun?

Eine FFT-Darstellung eines Songs mit deutlich erkennbarem DC-Offset.

Dazu muss natürlich der DC Offset erst einmal erkannt werden. Hilfreich ist hier eine FFT-Anzeige des laufenden Audiosignals. Bei entsprechender Auflösung und Einstellung kann der Gleichspannungsversatz als mehr oder weniger konstante „Ausbeulung“ am unteren Ende des Frequenzspektrums erkannt werden.

Einige Mastering-Programme und -Plugins haben spezielle Funktionen zum automatischen Entfernen von DC Offset. Allerdings weiß man nicht so genau, was diese so tun, besonders in den Fällen, in denen das Signal nicht komplett durchlaufend DC-behaftet ist.

Hilfreich zur manuellen Entfernung ist ein steilflankiges High-Pass Filter (< 16 Hz), das möglichst ohne klangliche Einbußen den tieffrequenten Störanteil ausfiltert. Mit diesem wird nicht nur der 0 Hz Gleichspannungsanteil entfernt, sondern auch der gesamte Infraschallbereich aufgeräumt. Wichtig ist hierbei auf mögliches Überschwingen oder Clipping im Bereich tiefer Frequenzen zu achten.

Ein DC-befreites Audiosignal lässt sich wieder in seiner vollen Dynamik nutzen und es werden Knacker bei Start, Stopp und im Schnitt vermieden. Somit bringt das Entfernen von Gleichspannungsanteilen hörbare Vorteile für das Audiosignal und bessere Eingriffsmöglichkeiten für die weiteren Schritte im finalen Mastering. Es sollte daher zu Beginn der klanglichen Bearbeitung vorgenommen werden.

1 Kommentar

  1. Danke für den Beitrag! Super!

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.